Gemeinsam mit seinen europäischen Nachbarn hat sich Deutschland das Ziel gesetzt, einen gemeinsamen Hochschulraum in Europa zu schaffen. Damit soll den zunehmend wichtiger werdenden Faktoren Mobilität, Flexibilität und Internationalität von Studierenden und Forschern Rechnung getragen werden. Durch das stärkere Zusammenwachsen kann das europäische Wissenspotential besser genutzt werden. Das gewährleistet die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Hochschulen in der Welt.
In der italienischen Stadt Bologna haben die beteiligten europäischen Staaten im Jahr 1999 zu diesem Zweck die so genannte Bologna-Deklaration verabschiedet. Das Kernelement dabei ist die Einführung eines gestuften Studiensystems mit den europaweit vergleichbaren akademischen Abschlüssen Bachelor und Master. Im Einzelnen wurde vereinbart,
- ein System leicht verständlicher und vergleichbarer Abschlüsse und
- ein zweistufiges System von Studienabschlüssen (undergraduate/graduate) zu schaffen,
- ein Leistungspunktesystem (nach dem ECTS-Modell) einzuführen,
- die Mobilität durch Beseitigung von Mobilitätshemmnissen und
- die europäische Zusammenarbeit im Bereich der Qualitätssicherung sowie
- die europäische Dimension in der Hochschulausbildung zu fördern.
Bologna folgten mittlerweile Nachfolgekonferenzen in Prag (2001), Berlin (2003), Bergen (2005) und London (2007), auf denen weitere bildungspolitische Ziele vereinbart wurden.

