Jura plus

Das Studium an der Bucerius Law School ist mehr als Jura. Im Geiste des Stifters Gerd Bucerius sollen die Studierenden ganzheitlich zu mündigen, offenen und verantwortungsbewussten Weltbürgern ausgebildet werden - die damit auch über die klassischen juristischen Berufe hinaus in den unterschiedlichsten Bereichen beruflich vorankommen können. Die Bucerius Law School bietet vor diesem Hintergrund weitere, in das Jurastudium integrierte Ausbildunsgbereiche an: "Jura plus". Die wichtigsten Säulen von "Jura plus":

Fremdsprachenprogramm

Vor dem Hintergrund der Globalisierung und aufgrund der Tatsache, dass junge Juristen zunehmend über nationale Grenzen hinweg international einsetzbar sein müssen, ist eine fremdsprachliche Zusatzausbildung wichtiger denn je. An der Bucerius Law School ist die Ausbildung in englischer Rechtssprache daher integraler Bestandteil des Jurastudiums.

Im Mittelpunkt der fremdsprachlichen Ausbildung steht die Simulation authentischer fremdsprachlicher Situationen. Dazu gehören:

  • Kommunikation mit Kollegen oder Klienten/Mandanten,
  • Diskussionen,
  • Mooting (Simulation gerichtlicher Plädoyers),
  • Verhandeln,
  • Schreiben, beispielsweise das Verfassen wissenschaftlicher Abhandlungen.

Neben dem Erlernen der fremdsprachlichen Rechtsterminologien erhalten die Studierenden damit auch wichtige Eindrücke vom späteren praktischen Berufsleben.

Pflichtveranstaltungen

Pflichtmäßig belegt jede/r Studierende die Kurse "Introduction to Legal English" und "Foundations of Contract Law". Mit der fremdsprachlichen Ausbildung erhalten die Studierenden außerdem Einblicke in das "common law" des anglo-amerikanischen Rechtssystems. Die Studierenden lernen die Institutionen, Methoden und Prozeduren kennen und machen sich gleichzeitig vertraut mit den wichtigsten Rechtsgrundlagen, speziell des Wirtschaftsrechts.

Wahlveranstaltungen

Freiwillig können die Studierenden weitere Kurse in anderen Rechtssprachen oder auch allgemeine Sprachkurse besuchen. Neben Englisch bietet das Fremdsprachenprogramm Französisch und Spanisch sowie bei ausreichenden Teilnehmerzahlen Chinesisch und Russisch auf freiwilliger Basis an.

Fachspezifische Fremdsprachenprüfungen

Auf dem Bachelor-Zeugnis, das die Studierenden nach dem 10. Trimester erhalten, sind alle während des Studiums belegten fremdsprachlichen Veranstaltungen aufgeführt. Die Studierenden können daneben eine interne "Fachspezifische Fremdsprachenprüfung" in Englisch, Französisch und Spanisch ablegen oder  eine externes Sprachexamen (Certificat de Français Juridique (CFJ) und International Legal English Certificate (ILEC)). Am Ende ihrer Ausbildung haben die Studierenden der Bucerius Law School damit beste Voraussetzungen auf dem Arbeitsmarkt, insbesondere, wenn sie eine Karriere in internationalen Organisationen oder im diplomatischen Dienst anstreben.

Siehe auch "Internationalität"...

Wirtschaftswissenschaften

Die Ausbildung an der Bucerius Law School berücksichtigt, dass in vielen juristischen Berufsfeldern ein hohes Maß an ökonomischer Kompetenz vorausgesetzt und dass die Rechtswissenschaft von Nachbarwissenschaften beeinflusst wird. Durch die Vermittlung wirtschaftswissenschaftlicher Kenntnisse werden die angehenden Juristen in die Lage versetzt, bei Ihren künftigen Überlegungen und Entscheidungen auch ökonomische Aspekte zu berücksichtigen.

Neben dem juristischen Fachstudium ist die Teilnahme an wirtschaftswissenschaftlichen Lehrveranstaltungen Pflicht. In weiteren Wahlveranstaltungen vertiefen die Studierenden den Einblick in die Themen und Fragestellungen der Wirtschaftswissenschaften. Bei entsprechender Vertiefung können die Studierenden ein wirtschaftswissenschaftliches Zertifikat erwerben (s.u.).

Pflichtveranstaltungen

Für alle Studierenden werden drei zweistündige wirtschaftswissenschaftliche Lehrveranstaltungen für das Bachelorstudium angeboten, von denen zwei obligatorisch belegt werden müssen. Diese ökonomischen Veranstaltungen sind didaktisch auf Studierende der Rechtswissenschaft zugeschnitten. Sie behandeln Materien, welche die Grundzüge der jeweiligen Disziplin darstellen und zudem einen Bezug zum juristischen Curriculum aufweisen.

  • Einführung in die Volkswirtschaftslehre: Hier wird ein Verständnis für die Funktionsweise, Leistungen und Fehlleistungen von Märkten und für die ökonomische Bedeutung der Rechtsordnung vermittelt.
  • Einführung in die Betriebswirtschaftslehre: Hier werden insbesondere Themen behandelt, die ein Verständnis der Entscheidungsvorgänge in hierarchischen Organisationen wie Unternehmungen ermöglichen (Theory of the firm, Prinzipal Agenten Beziehung, Unternehmensfinanzierung).
  • Bilanzen und Steuern: Diese Veranstaltung vermittelt einen Überblick über das deutsche Steuersystem und über seine fiskal- und wirtschaftspolitische Bedeutung. Sie widmet sich vertiefend der Einkommenssteuer sowie der Besteuerung der Unternehmen.

Wahlveranstaltungen

  • Bilanzen: Diese Veranstaltung erläutert Bilanzierungsvorschriften und die Orientierungsfunktion der Bilanz für Kreditgeber und private Anleger
  • Buchführung und Rechnungslegung: Hier wird insbesondere die Technik der Rechnungslegung vermittelt.
  • Finanzierung (Corporate Finance): In dieser Veranstaltung werden unter Berücksichtigung neuerer Forschungsergebnisse Probleme der Unternehmensfinanzierung mit Eigen- und Fremdkapital sowie der Unternehmensbewertung behandelt.
  • Ökonomische Analyse des Rechts: Diese Veranstaltung führt in die ökonomische Analyse des Zivilrechts ein, welche Rechtsnormen als Instrumente betrachtet, mit denen rechts- und wirtschaftspolitische Ziele erreicht werden können.
  • Strategisches Management: Hier werden die strategischen Entscheidungsprobleme im Unternehmen dargelegt und in Unternehmensspielen, an denen die Studierenden beteiligt werden, modelliert.
  • Ökonomische Theorie des Staates und der öffentlich rechtlichen Regulierung: Diese Veranstaltung behandelt die Normen der Verfassung und des staatlichen Regulierungsrechts mit Hilfe wirtschaftswissenschaftlicher Erkenntnisse.
  • Europarecht aus ökonomischer Perspektive: Viele Normen der Europäischen Verträge und des Acquis communautaire haben  weit reichende Auswirkungen auf den innereuropäischen Warenverkehr sowie die Wirtschaft der Mitgliedsstaaten der EU. Diese sind Gegenstand der Veranstaltung.
  • Frontiers in Law and Economics: Diese Veranstaltung wird von wechselnden Lehrpersonen mit internationaler Reputation zu wechselnden Themen angeboten. Sie soll die Teilnehmer in einem Teilgebiet der ökonomischen Analyse des Rechts oder der Institutionenökonomie an die aktuelle Forschung heranführen.
  • Internationalisierung des Rechts aus ökonomischer Perspektive: Diese Veranstaltung behandelt Grundzüge der Außenwirtschaftstheorie mit ihren Bezügen zum Wirtschaftsvölkerrecht, Durchsetzungsprobleme des Internationalen Rechts sowie den Wettbewerb von Rechtsordnungen im Europarecht und über die Normen des internationalen Privatrechts.

Zertifikat

Studierende, die in den wirtschaftswissenschaftlichen Veranstaltungen insgesamt mindestens 12 ECTS-Punkte erzielen, erhalten ein

Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme an den wirtschaftswissenschaftlichen Lehrveranstaltungen der Bucerius Law School.

Es enthält die Bezeichnung der Lehrveranstaltungen und die erzielten Noten.

Siehe auch "Praxisbezug"...

Studium generale

Um den LL.B. zu erlangen, müssen die Studierenden der Bucerius Law School nicht nur an juristischen Lehrveranstaltungen teilnehmen, sondern auch 40 Veranstaltungen aus dem fächerübergreifenden Qualifikationsangebot des Studium generale belegen. Dafür erhält der Studierende acht Credit Points. Die Veranstaltungen sollen bis zum Ende des 6. Trimesters absolviert sein. Für dieses Studienangebot wird der Mittwochnachmittag grundsätzlich von juristischen Veranstaltungen freigehalten.

Ziel des Studium generale ist es, den Studierenden in Ergänzung zum juristischen Fachstudium zusätzliche Kenntnisse und Schlüsselqualifikationen zu vermitteln, die ihre Allgemeinbildung vertiefen und ihre Persönlichkeitsentwicklung fördern. Das Studium generale gibt Einblick in die Themen und Fragestellungen, Deutungs- und Erklärungsmodelle diverser nichtjuristischer Fachdisziplinen und trägt damit zur Erweiterung des fächerübergreifenden Bildungshorizonts der Studierenden bei. Es vermittelt den Studierenden eigenständiges und kritisches Denken in Zusammenhängen und fördert ihr Verantwortungsbewusstsein, ihre Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit ebenso wie ihre sozialen, kommunikativen, kulturellen und internationalen Kompetenzen. Das Studium generale der Bucerius Law School bietet ein Studienprogramm in folgenden Bereichen an:

  • Philosophie
  • Geschichte, Politik & Gesellschaft
  • Kunst & Kultur
  • Natur & Technik
  • Soft Skills

Zusätzlich zu dem für den LL.B. geforderten Nachweis für den Besuch von Veranstaltungen im Studium generale kann ein philosophisches Zertifikat, das Philosophicum, erworben werden.

 Website des Studium generale der Bucerius Law School...

Siehe auch "Praxisbezug"...

Studium professionale

Praktische Studienzeiten

Voraussetzung sowohl für die Zulassung zur Ersten Prüfung wie für die Verleihung des LL.B. ist, dass die Studierenden an praktischen Studienzeiten (Praktika) von mindestens dreimonatiger Dauer teilgenommen haben. Sie sollen dabei einen Einblick in die Rechtspraxis gewinnen und Gelegenheit zu einer ihrem Ausbildungsstand entsprechenden eigenen Tätigkeit erhalten. Als Ausbildungsstellen kommen neben Gerichten, Staatsanwaltschaften und Behörden in erster Linie Rechtsanwaltskanzleien, Notariate, Unternehmen und Verbände in Betracht. Das erste Praktikum soll nach dem dritten Trimester in Deutschland, ein zweites – im In- oder Ausland – nach dem sechsten Trimester erfolgen. Das Career Office der Bucerius Law School unterstützt ihre Studierenden, indem sie den direkten Kontakt zu einer Vielzahl von Partnerinstitutionen vermittelt, die Praktikumsplätze anbieten. Praktika können daneben auch in Eigeninitiative arrangiert werden.

Veranstaltungen

Daneben werden von der Hochschule regelmäßig Juristen und Unternehmer zu Präsentationen und Podiumsgesprächen eingeladen. Das Spektrum reicht von der internationalen Wirtschaftskanzlei über die Rechtsabteilung im Unternehmen bis zum Auswärtigen Amt. In jedem Trimester finden Veranstaltungen statt, die ein breites Spektrum von beruflichen Einsatzfeldern für Juristen präsentieren, und es werden Exkursionen zu potenziellen Arbeitgebern angeboten.

Das Career Office bereitet die Studierenden außerdem ausführlich auf ihre Praktika vor und bietet Bewerbungstrainings an.

Siehe auch "Praxisbezug"...